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Sprachbildersturm: Über eine Kirche, die man versteht

November 24, 2013

Mein Vortrag auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Jugend in Deutschland anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums am 22.11.2013 in Berlin. 

Erik Flügge

Vielen Dank, dass ich heute hier als Katholik bei der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend sprechen darf. Normalerweise kommen wir Agenturmenschen ja mit Powerpoint-Präsentationen. Dann gibt es bunte Bilder und die große Show und am Ende haben Sie nichts verstanden, wollen aber alle etwas kaufen.

Wenn Theologen kommen, dann gibt es normalerweise keine Powerpoint-Präsentationen, es hat auch niemand etwas verstanden, aber immerhin wollte auch keiner etwas kaufen. Das gilt dann als die große Differenz: Kirche ist nicht-kommerziell ausgerichtet.

Ich will heute einen anderen Versuch unternehmen und bin dankbar, dass meine theologische Vorrednerin vom Predigtzentrum Wittenberg den Part mit der Powerpoint-Präsentation bereits übernommen hat. Vielleicht konnte Sie ja vom „Kauf“ eines neuen Predigtstils überzeugen. Denn ich habe heute keine bunten Bilder dabei, sondern – ungewöhnlich für einen Agenturchef – eine Predigt.

Die habe ich, wie es sich gehört aufgeschrieben. Weil nun aber mein eigenes Theologie-Studium schon eine Weile her ist und ich das am Ende auch nie abgeschlossen habe, habe ich mir für diesen Text auch den Rat von befreundeten Christen eingeholt. Ich habe sie per Twitter gebeten, mir besonders christliche Sätze zu schicken. Die habe ich dann aneinander gefügt und trage ich jetzt einfach vor:

Ihr habt mich eingeladen, um heute über eine Sprache zu sprechen, die von Jugendlichen verstanden wird. Über eine Sprache, die evangelischer Jugendarbeit Wege eröffnet, um von Jugendlichen gehört zu werden. Das ist eine gute und wichtige Frage, denn die Frage nach unserem Sprechen ist zutiefst theologisch.

– Ich glaube, wenn ich jetzt am Anfang so ein bisschen bedächtig klinge, dann hat das mehr Wert, was ich sage. –

Es ist die Frage ob wir als Christen in Vertrauen auf das Pfingstereignis hinaus gehen und den Menschen das Feuer der Botschaft Gottes bringen. Hinaus in die Welt zu den Menschen, deren Hoffnung auf Erlösung in Jesus Christus liegt. Nicht bei uns stehen zu bleiben, sondern in Bewegung zu den Menschen zu sein.

Wir wollen als Kirche die Menschen berühren mit den Flammen unserer Worte, die wir auf unseren Zungen tragen. So wie die Apostel durch den Geist bemächtigt wurden in allen Sprachen zu sprechen, sind wir heute aufgefordert die Botschaft Gottes in der ganzen Welt zu verkünden.

– Auf den nächsten Teil bin ich besonders stolz, den haben mir Freunde aus der katholischen Jungen Gemeinde zugeschickt –

Fürchtet euch nicht vor dem Kontakt mit den Menschen, denn wir sind das Volk Gottes, das verstanden werden wird, weil der Herr als Hirte behütend den Stab über uns hält und uns den Weg zu jenen weist, die Erlösung suchen.

Darum werden wir in der christlichen Jugendarbeit nicht müßig, jungen Menschen zu ermöglichen, sich selbst als Teil der göttlichen Schöpfung zu erfahren. Wir ermöglichen die innere Einkehr, das Sich-Selbst-Finden, das Bei-Sich-Sein, damit jungen Christen zu dem innersten Kern dessen Zugänge eröffnet werden, was sie wahrhaftig sind: Geschöpfe Gottes, in denen das kleinste Senfkorn Hoffnung zum stolzen Baum eines erfüllten Lebens im Glauben heran wächst.

Is ja alles theologisch richtig, aber sprachlich und rhetorisch einfach fürchterlich scheiße. – Meine Frage an meine christlichen Freunde lautete auch in Wirklichkeit: „Brauche Hilfe: schickt mir bitte typisch religiöse Sätze wie „Jesus lädt dich in seine Gemeinschaft ein, ja auch dich.“ Es muss triefen.“

Sie haben mich eingeladen zur Frage, wie man sprachlich wieder näher an Jugendliche heran kommt. Ich glaube die Antwort ist ganz einfach: Werdet wieder Reformatoren!

Martin Luther ist einst angetreten, um das Christentum verständlich zu machen. Weg vom Latein, hin zur vom Volk gesprochen Sprache. Martin Luther ist einst angetreten, um die Kirche wieder auf den rechten Weg zu führen. Weg vom Prunk hin zur Armut.

Was haben wir daraus gemacht? Die Idee der Verständlichkeit haben wir mit einem neuen Latein in deutscher Sprache tot gesprochen. Wer versteht denn heute das Gerede von den Senfkörnern? Wer denkt auf einer Party „huch, wir sind zwei oder drei, da ist jetzt Gott mitten unter uns“? Wer von Ihnen wohnt in einem Land, in dem Senfbäume wachsen? Und wann ist Ihnen die letzte Schafherde begegnet?

Unsere Kirchen sind nicht mehr voller Prunk und Pracht aus Gold und Silber, aber sie sind bis zur Decke gefüllt mit schwülstig-barocken Worten. Verschwurbelte Unverständlichkeit. Im Grunde brauchen wir einen neuen Bildersturm. Dieses Mal reißen wir keine Heiligenportraits von den Wänden, sondern die ganzen goldenen Sprachbilder.

Es ist das Eine im Lutherjahr zu feiern, dass es eine theologische Erneuerung gab und dabei zu glauben, diese hätte die evangelische Kirche begründet. Konsequenter wäre ein Anderes: Zu feiern, dass die erfolgreiche Spaltung der Kirche natürlich durch Macht, aber vor allem durch rhetorischer Übermacht möglich wurde.

Macht in dem Sinne, dass Fürsten sich kirchlichen Besitz und das kirchliche Verwaltungsmonopol einverleiben wollten.

Ein Akt, der die komplette Neuordnung der politischen Welt zur Folge hatte und im Grunde unser heutiges Staatsverständnis begründete. Das war ganz attraktiv für diejenigen Fürsten, die nicht ganz so gläubig waren und daher weniger Angst vor dem Fegefeuer hatten. Die konnten ihren Besitz durch die Reformation gewaltig mehren.

Aber viel spannender ist die rhetorische Übermacht der Reformation. Die frühen Reformatoren hatten verstanden, dass sprachliche Radikalität, Verständlichkeit und Vulgarität den Schlüssel zur Massenbewegung darstellen. Eine Erkenntnis, deren theoretische Entwicklung, aber vor allem flächendeckende praktische Verbreitung durch Philipp Melanchthon in Tübingen organisiert wurde.

Sie zweifeln, dass die Reformatoren radikal gesprochen haben?

„An den Bock zu Köln“ adressiert Martin Luther einen Brief an den katholischen Erzbischof und Kurfürsten zu Köln. Wollten wir in gleicher Weise heute formulieren, so müsste diese Versammlung ein Schreiben an Kardinal Meisner verfassen und von der Anrede „Schlampe“ Gebrauch machen. Umgangssprachliche Vulgarität aufgegriffen in der formal-institutionellen Kommunikation. Eine brillant einfache Idee.

Natürlich würde eine solche Anrede heute nicht zu den gepflegten Beziehungen zwischen evangelischer und katholischer Kirche passen. Im Kern dient dieses Beispiel auch nicht als Aufforderung, sich daneben zu benehmen, aber durchaus als Appell die eigene Langweiligkeit im Sprechen zu überwinden – Umgangssprachlichkeit zu wagen und sich aller kirchlichen Spießigkeit zum trotz auch vor den vulgärsten Ausdrücken nicht zu zieren.

Jugendliche werden nicht davon beeindruckt, dass wir uns so klug und erwachsen ausdrücken können. Nicht von einer Sprache, die nur Distanz aufbaut, weil sie in einem normalen Alltag niemals vorkommt. Noch weniger werden sie von emotionstriefendem theologischen Geschwätz begeistert. Ja, ich nenne diese „ins Wasser fällt ein Stein“ und „Jesus läd dich ein“-Phrasen Geschwätz, weil sie den Kern der reformatorischen Sache verschleiern: DAS BEGREIFEN.

Denn der Kern der Reformation ist das Zutrauen in die Menschen, dass sie selbst ohne Bildung, jung oder alt, Bauer oder Fürst, wenn sie denn nur selbst in der Bibel lesen und nachdenken, schon gottgefällige Schlüsse werden ziehen können. Lest es selbst und lasst euch nicht nur belehren!

Kein einlullen mit süßen Phrasen, sondern ein emotionales Berühren der Menschen dadurch, dass sie die Botschaft Gottes selbst verstehen.

Überzeugung durch das Hochgefühl, es selbst kapiert zu haben. Selbst sich etwas zu erschließen und für sich selbst zugänglich zu machen. Im Grunde nichts anders als der große Klassiker der Lerntheorie: Wenn ich mir etwas selbst erschließe, dann lerne ich es nachhaltig und bin gleichzeitig motiviert, mehr begreifen zu wollen.

Bei beidem geht es um Emotionalität. Bei der esoterischen Analogie-Suche nach immer neuen Sprachbildern, genauso wie im Hochgefühl etwas begriffen zu haben. Während erstere Emotion nur von den bereits über-Überzeugten geliebt wird, ist die Emotion der Erkenntnis durchaus geeignet Kontakt zu unüberzeugten Menschen herzustellen.

Ich will nicht missverstanden werden. Ich fordere keine kompliziert-logischen Texte und Sätze ein. Oder noch schlimmer: Irgendwelche schrecklichen „10-gute-Gründe-Flyer“ oder Schüler-Bibelkreise. Ganz im Gegenteil. Mir geht es um den emotionalen Kern.

Unser Gehirn ist so aufgebaut, dass unsere Entscheidungen nicht auf Vernunft und Argumentation, sondern auf positiven oder negativen Emotionen basieren. Was sich richtig anfühlt, ist subjektiv wahr.

– ABER: wahrhaft nachhaltige Emotionalität basiert nicht auf Übervorteilung durch Teelichter, Nora Jones Musik und salbungsvolle Worte, oder durch das auswendig Lernen von Bibelstellen,  sondern basiert darauf, dass Menschen das positive Hochgefühl haben, etwas verstanden zu haben. Ein Prozess der umso wahrscheinlicher wird, umso einfacher, konkreter und umgangssprachlicher wir etwas erklären.

Beweis gefällig?

Ich finde Helmut Schmidt toll, dabei fand ich ihn über viele Jahre hinweg so richtig bescheuert. Ein alter Mann, der ständig raucht. Ohje, was für eine schlimme Karikatur von Souveränität. Seht her, meine Zigarette – oh wie toll, ich kann sie selbst in Talkshows rauchen. Mir war das immer zu billig, zu analogisch und am Ende war mir der ganze Typ einfach zu blöd.

Diese emotionale Ablehnung hielt lange an, bis ich irgendwann mal wieder eine Talkshow mit ihm sah. Er rauchte, wusste alles besser und nervte wie immer. Bis er grob Folgendes sagte: „Wie unüberlegt ist es, dass wir uns freuen, dass wir einen so hohen Außenhandelsüberschuss haben. Es gibt ein deutsches und nicht nur ein europäisches Interesse an einer ausgeglichenen Außenhandelsbilanz. Denn im Grunde bedeutet der Überschuss Deutschlands nichts anderes, als dass wir Waren, Dinge, also Luxusgüter in die Welt verschicken und dafür Geld, also Papier erhalten. Das heißt wir geben Wohlstand an andere ab und tauschen diesen gegen Geld. Geld aber bietet an sich keinen Mehrwert und entwertet sich selbst durch Inflation, wenn wir nicht im gleichen Umfang wieder Waren – also Wohlstand und Luxus – aus dem Ausland einführen und damit unsere Außenhandelsbilanz ausgleichen.“

Im Original hat es etwas länger gedauert, weil er noch ca. 200 mal an seiner Zigarette ziehen musste, aber in mir war etwas passiert. Ich liebte diesen Mann, fand ihn plötzlich toll und empfinde es bis heute. Zwischen ihm und mir ist eine emotionale Bindung entstanden, die auf einer ganz einfachen Tatsache beruht: In meiner Schulzeit habe ich immer wieder, wenn wir das lernen mussten, unsere Lehrer gefragt, warum es denn ein Problem sei, wenn wir Außenhandelsüberschüsse machen. Und ich bekam über Jahre hinweg irgendwelche verschwurbelten Antworten, dass die ausgeglichene Außenhandelsbilanz ja eine Zieldimension der deutschen Wirtschaftspolitik sei und damit wichtig … mehr bekomme ich ehrlich gesagt heute nicht mehr von diesen Antworten zusammen. Selbst verstanden hatte ich es jedoch nie, bis zu jenem Talkshow-Auftritt von Helmut Schmitt.

Ich war positiv emotional berührt davon, dass ich etwas verstanden hatte. Schlicht: Gut gelaunt.

Niemand hat eine positive Emotion davon, dass unsere Predigten unverständlich sind – dass sie Vergleiche aufmachen, die mehrere Semester Theologiestudium erfordern. Niemand ist beeindruckt davon, wenn sich die Kirche ihre eigene sprachliche Welt erschafft und die eigenen Kirchentüren mit dieser Sprache so lange vernagelt, bis kein Mensch mehr verstehen kann, warum da jemals jemand rein gegangen ist.

Wer junge Menschen erreichen will, der muss die komplexesten Dinge ohne Schnörkel und Senfkörner erklären können und wollen. Im Grund gilt es nur einem Satz von Melanchthon in ganzer Konsequenz zu folgen: „Wer Christus hat, hat alles und kann alles“.

Ein Satz, der alles sagt, weil er adressiert, dass wir nichts Besonderes brauchen, um andere Menschen zu überzeugen. Keine Texte, keine Bibeln, keine Veranstaltungsformate. Wir brauchen keine besondere Musik und keine neuen Flyer, wir brauchen keine theologische Sprache, sondern wir brauchen schlicht uns, so wie wir waren, bevor wir innerhalb der Kirche anfingen anders zu sprechen, als wir es sonst taten. Wir brauchen uns und unsere Sprache, die noch so klingt, als hätten wir nicht Theologie studiert und als wollten wir mit unseren Freunden über Fußball reden. Erst wenn das Sprechen von Gott klingt wie das Sprechen von der Fußball-WM, dann sind wir in Luthers Sinne wieder sprachlich ganz nah bei den Menschen.

Wir brauchen schlicht uns mit unseren klaren Gedanken, die wir ohne Sprachbilder auf den Punkt bringen. So sehr auf den Punkt, dass unser Gegenüber zu denken beginnt und in der positiven Erfahrung der Selbst-Erkenntnis Motivation für die tiefere Auseinandersetzung mit sich und mit Gott schöpft. Ein wahrhaftiger Sprachbildersturm.

Unternehmen wir doch einfach mal den gleichen Versuch wie Jesus, die Menschen zu überzeugen. Nicht durch die Wiederholung der alten Texte, sondern indem wir unseren Glauben so erklären, dass er verstehbar wird. Wagen wir Verständlichkeit!

Verständlichkeit heute erfordert, dass wir die Bibel bei Seite legen. Nicht als Quelle von Gedanken, aber als Quelle von Zitaten. Denn die Welt der Bibel ist 2000 Jahre alt und hat keine passenden Vergleiche und Geschichten für mein Leben in der Mitte einer Großstadt.

Als Katholik habe ich es da einfach. Ich kann sagen, dass ich die Tradition der Kirche haben, die auch in Großstädten stattfindet und diese ist genauso heilig wie die Bibel.

Aber heute stehe ich vor Protestanten und muss eine Antwort auf die Aufforderung Luthers finden: „Solange ich nicht durch Zeugnisse der Schrift überzeugt werde“, glaube ich hier gar nix.

Und ich glaube, dass in der Bibel steht, dass wir sie nicht wörtlich, sondern nur inhaltlich zitieren sollen, um Menschen zu überzeugen. Denn die Bibel gibt uns den entscheidenden Hinweis:

Gott selbst hat nicht genug rhetorisches Talent gehabt, alle Menschen zu überzeugen. Warum sollten wir also seine genauen Worte wiederholen?

Weder konnte Gott den Pharao in Ägypten durch Mose überzeugen. Auf den ließ er einreden, dann hat er ihn erfolglos mit Fröschen beworfen – nur um schlussendlich keinen Ausweg mehr zu sehen, als ein Kindermord-Massaker anzurichten, das übrigens nicht sonderlich nachhaltig überzeugte.

Wir könnten es auf die begrenzten Fähigkeiten von Mose schieben – schließlich konnte der nicht mal seine Leute vom goldenen Kalb basteln abhalten.

Doch unser Gott, als er selbst Mensch wurde,  konnte allerdings kaum besser überzeugen. Ja, Tausende lauschten der Bergpredigt, aber damit sie nicht wegliefen mussten die Zuhörer auch mit einem durchaus beachtlichen Buffet versorgt werden. Simon folgt Jesus als sein Vertrauter Petrus nicht nach, bevor er nicht einen durchweg materialistischen Haufen Fische aus dem See gezogen bekommt, der nun wirklich mit nachhaltiger Fischerei wenig zu tun hat und auch nicht wirklich als theologisch fundierte Argumentation anerkannt werden kann.

Die Mächtigen haben ihn ans Kreuz nageln lassen, weil Gott selbst keiner die Nummer mit dem Gottessohn, der wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich ist, glauben wollte. Seine eigenen Jünger saßen nach der Kreuzigung zusammen und waren verzweifelt darüber, dass sie offenbar nicht dem Messias, sondern einem gekreuzigten Loser gefolgt waren. Nicht mal von seiner eigenen Auferstehung konnte Gott vollumfänglich überzeugen.

Thomas wollte Wunden checken, bevor er hier irgendwas glaubt und zu guter Letzt braucht es noch ein Motivationstraining und ein recht intensives Fremdsprachencoaching durch den heiligen Geist in den Pfingstferien, um diesen ganzen Apostel-Haufen irgendwie dazu zu bewegen die größte Geschichte der Welt irgendwem erzählen zu wollen.

Ich glaube nicht, dass Gott die Menschen nicht mit Worten überzeugen könnte, wenn er uns denn diese Worte hätten sagen wollen. Ein allmächtiger Gott kann sicherlich rhetorisch so brillieren, dass alle im folgen und bei der Rezitation jedes einzelnen Satzes sofort eine Bekehrung eintritt.

Doch wir als Christen vertrauen darauf, dass Gott uns in der Bibel den Weg zum gerechten Leben weist, dass sich in diesem einen Buch Gott selbst offenbart. Als guter Theologe kann und darf ich dann aber auch nur zu einem analytischen Schluss kommen:

Gott wollte uns keine Worte geben, die von alleine funktionieren. Die Worte Gottes zu kopieren, um andere Menschen zu überzeugen, ist echt keine gute Idee. Wenn Gott selbst zu einer Zeit, als die ganzen sprachlichen Bilder noch nahe an der Lebensrealität der Menschen waren, nur mäßige Erfolge mit dieser Sprache erzielte, dann sollen wir in einer neuen Zeit diese nun wirklich nicht rezitieren.

Dem Pfingstereignis gehen Tod und Auferstehung voraus. Dem Pfingsereignis geht voraus, dass Gott selbst nicht überzeugen konnte. Es geht dem Ereignis voraus, dass seine engsten Vertrauten Beweise einforderten und zweifelten. Das sind keine Annahmen oder Vermutungen, sondern all dies ist explizit ausgesprochener Bestandteil der heiligen Schrift.

Im Pfingstereignis selbst fallen keine Bibeln in allen Sprachen der Welt vom Himmel, sondern es brennen Flammen auf den Zungen unterschiedlicher Sprecher. Ihnen wird die Barriere der Fremdsprache genommen, aber keiner der Sprecher wird auf die Worte Gottes verpflichtet. Es sind die Apostel, die aufgefordert sind selbst von den großen Taten Gottes in der Welt zu sprechen. Mit ihren eigenen Worten über eigenen Glauben – ohne Schnörkel.

„Wer Christus hat, hat alles und kann alles“.

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One Comment
  1. Joov permalink

    Meine Herrn! Ich hab zwar mehr oder weniger diagonal gelesen – aber Respekt! Trifft ziemlich perfekt zu!

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